Zwangsaustausch des TI-Konnektors KoCoBox Med+ | Forum

Johann Wall
Johann Wall Mai 8

Liebe Forum Teilnemmer´innen,

ich versuche mich hier "politisch Korrekt" zu verhalten, solange ich mich noch beherrschen kann.

Wie Sie alle bestimmt mitgekriegt haben, wird jetzt eine neue Ära mit dem "Zwangs-Umtausch" des noch gut funktionsfähigen TI-Konnektoren (KoCoBox Med+2) beginnen.

In den Zeiten, wo sowieso überall nur "Preissteigerung" auf fast alles kommt, müssen die "dumme" Praxisinhabern, die "gehorsam" der politischen Wille (Einführung von einer Telematikinfrastruktur) unterstützt haben, doppelt bestraft werden. Die haben zuerst weniger Forderung für allen Modulen von eigenen KV ´en erstattet bekommen und müssen jetzt auf neuen Konnektoren umsteigen, wobei die Forderungssumme bei KBV noch nicht festgestellt wurde. Ob es erstattet wird und wie hoch wird diese Erstattung sein, steht leider noch in den Sternen. 

Was ich hier noch als totales Unsinn sehe: das 5 Jahren-Ablauf des Konnektors und g-SMC-KT bemisst sich nicht am Installationstag sondern am Herstellungstag. Es bedeutet in unserem Fall, dass das Gerät bereits 6 Monaten Alt war auch die g-SMC-KT. Wenn jetzt ein Austausch noch vom 30.09.2022 durchgeführt wird, dann ist man richtig "auf Arm genommen" und bezahlt für einen Gerät mit g-SMC-KT, das fünf Jahre sich "amortisieren" sollte, in Wirklichkeit nur 4 Jahre und 6 Monaten, aber auch möglicherweise nur 4 Jahren und 3 Monaten. 

Bei KoCoBox Shop  (Link dazu: /gibt es für Selbstinstallation lediglich ein Konnektor mit 2 Kartenlesegeräten. Ich finde es sehr traurig, dass hier die Firma CGM-ALBIS auf der Web-Site keine Wege zeigt, wie man damit vorgehen kann.

Selbstverständlich sind die IT-Spezialisten beim Vertriebs- und Service-GmbH begeistert davon und freuen sich, weil damit wird erneut auf Kosten den Praxisinhabern eine "Goldene Nase" verdient und versuchen bereits die Bestellformulare (mit Zusatz-Leistungen) zu versenden/zu verkaufen. Es wird erneut nur Druck auf den Praxisinhaber ausgeübt, die "gehorsam als die erste" auf die TI umgestiegen sind. Diese Praxisinhabern werden aber erneut finanziell doppelt bestraft. Es ist total ungerecht. Und was macht die Firma CGM "ALBIS" und "TI" dabei? NICHTS. Noch vor Jahren konnte ich sicher sagen, dass CGM ALBIS noch "kundenfreundlich" war und alles auf eigener Web-Site zur Verfügung gestellt. Jetzt FEHLT es! Sogar stand mal auf einem Schreiben von ALBIS: sind Sie mit unserer Leistung unzufrieden, dann können Sie kündigen!!! Man weißt es ganz genau, dass ein Umstieg zu einem anderen Arzt-Software-Anbieter extrem viel Zeit, Nerven und Geld kostet. Ebenso eine fehlende Routine. 

Anstatt sich zu ändern und kundenfreundlicher sein, auf die Belange den Ärzten auf der Seite stehen, bittet man einfach so eine Kündigung. Hier muss der Aufsichtsrat bei CGM deutlich eine dringende Nachbesserung/Auswechselung auf die Führungsebene bei CGM Albis, TI usw nachdenken.

Weißt jemand, wo man lediglich einen neuen KoCoBox Konnektor (Zwangs-Umtausch nach 5 Jahren Nutzung) ohne Zusatzkartenterminals kaufen/bestellen könnte? Und was kostet es (Gerät, g-SMC-KT, Lieferung bis zur Praxis per sicherer Lieferkette) inkl. MwSt.? Und was passiert mit dem altem KoCoBox-Gerät? Wird das Gerät erneut an den Praxisinhabern verkauft??? :-(((

Liebe Grüße an allen, die noch als realistische Optimisten jeden Tag in der Praxis Ihr Pflicht tun!!!

Johann Wall 

Zuletzt bearbeitet von Johann Wall Mai 8
C. Voigt
C. Voigt Mai 9

Hallo Herr Wall,

Sie sprechen glaube ich allen Kollegen aus der Seele. Die herangehensweise an die Digitalisierung im Gesundheitssystem war von Anfang an falsch. Die Idee der TI 2.0 ist die richtige, hätte von Anfang an so verfolgt und erst in perfekten Zustand "ausgerollt" werden sollen. Unter Vorschieben abstruser Datenschutz- und Sicherheitsbedenken machen sich hier viele Leute die Taschen voll und das zu Lasten der Beitragszahler und Leistungserbringer. Die DSGVO ist EU-Recht und Auslegungssache, andere EU-Länder mit weniger Finanz-Power kriegen es einfacher und besser hin. Diese "Sicherheitsbedenken" sind es jetzt auch, die dazu führen, dass die Konnektoren ausgetauscht werden sollen. Von der KBV werden wir wieder verraten, anstatt diese sich dafür einsetzt alles mögliche dafür zu tun, dass so etwas nicht passiert. Es sind ja nicht nur die Kosten für den Konnektor, es sind die Servicekosten (wenn denn Service überhaupt noch stattfindet), die Praxisausfallzeit, die Nerven die man lässt.... Es macht einen so wütend, dass man selbst in der Monatgssprechstunde Patienten warten lässt, um seinen Unmut hier niederzuschreiben. Wenn die Praxen in Punkto IT-Service weiterhin so alleine gelassen bzw. schlecht versorgt werden postuliere ich den baldigen Zusammenbruch der ambulanten Versorgung.

LG

 

PS: Ich habe es noch immer nicht in den Keller geschafft, um mal auf unsere Konnektorverpackung zu gucken, wann Produktionsdatum war. Von daher sind Sie in Ihren Recherchen schon deutlich weiter ;)

Zuletzt bearbeitet von C. Voigt Mai 9
Johann Wall
Johann Wall Mai 9

Hallo Herr Voigt,

per Anhang ist Info, wie man Ihren Zertifikat vom KoCoBox kontrollieren könnte.

Wenn Sie auf der Managementseite der Kocobox sind (Sie müssen sich nicht anmelden), dann können Sie das Zertifikat einsehen, wie lange das gültig ist. 
In Chrome oder Firefox klicken Sie auf das "Schloss" Symbol (das wird durchgestrichen sein). Hier kann man sich das Zertifikat anzeigen lassen und es steht ein von - bis Datum da.
Das "Bis-Datum" ist das Ablaufdatum der Kocobox.

L.G.

Johann Wall

PS: im Wut habe ich gestern eine Beschwerde über solchen Zustand mit der TI an die Gesundheitsministerium z.Hd. unseren Kollegen Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach, der in Harvard studiert hat, ein Schreiben an den KBV Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Andreas Gassen und an unsere KVNO geschrieben. 

Aus Gesundheitsministerium kam ein "Wisch", dass alle Mitarbeitern überfordert sind. Rest lässt sich die Zeit oder sitzen diese Zeit stillschweigend ab.

Einen gewissen Mitschuld sehe ich es an den niedergelassenen Ärzten, die stillschweigend sich erpressen und abkassieren lassen. Man möchte nur um den Patienten kümmern und hat keine Zeit sich zu wehren. Deswegen wird "der Wasserhahn" weiter langsam zugedreht. Wenn jeder Praxisinhaber eine Beschwerde an eigenen KV ´en, KBV, Gematik und Gesundheitsministerium schreiben würde oder ein "Petition" von einige Tausenden Praxisinhabern erstellt wäre, dann würde dabei eine positive Bewegung erzeugt werden. Sonst, wenn wir alle nur Schweigen, dann wird es immer teuer und schlimmer. "Ein Esel, der schleppt, wird immer weiter beladen, bis er umfällt"

C. Voigt
C. Voigt Mai 9

Hallo Herr Wall, danke für die Info. Wir haben offensichtlich noch Zeit bis 13.02.2023. Ich denke Beschwerden gibt es genug. Diese werden alle nicht gehört. Meines Erachtens würde nur noch ein Streik, wei in den 2000ern helfen. Dieser kommt aber erst, wenn gar nichts mehr geht.

LG

Johann Wall
Johann Wall Mai 9
Hallo Herr Voigt, was mich aber am meistens ärgert: 1. Von CGM-ALBIS gibt es keine Info weder auf der Web-Site noch im Forum; 2. Jetziges Gerät haben wir gekauft, 2 x kostenpflichtig Upgradet und wenn man eines neuen Gerät gekauft wird, dann ist das Gerät inkl. ePA-Upgrade und deswegen kostet z.B. beim KoCo-Shop das Gerät (KoCoBox Med+ ePA) 3.120,00 € inkl 19% MwSt zzgl. Lieferkosten (sichere Lieferkette) und Installation vor Ort. Zahlt dann ein Praxisinhaber die Upgrades sozusagen doppelt (ein mal bei alten Geräten und jetzt für bereits upgegradetes Gerät)? 3. Ob diese neue Konnektoren dann 5 Jahren bleiben dürfen, steht ebenso in Sternen, da jetzt bereits man auf eine andere System vorbereitet und möglicherweise bereits nach 2 Jahren jetziges Zwangsumtausch zunichte macht. Und wir werden darüber weder von KBV, CGM noch anderen Ärzte-Vertreter informiert. Was noch ein Wenig merkwürdigt klingt: Info aus dem Hause CGM TI: "Erstmalige Installation dürfte in eigener Regie durchgeführt werden sozusagen do-it-yorself. Einen Austausch muss zwingend von einem zertifiziertet IT-Service durchgeführt werden." Für mich ist es nicht nachvollziehbar. Einfach nur Armselig. L.G. J.W.
C. Voigt
C. Voigt Mai 10

Hallo Herr Wall,

ich denke viele Kollegen wissen noch gar nichts von ihrem Glück bzw. verdrängen vor lauter Genervtheit jegliche "Digitalisierung im Gesudheitswesen"-Nachricht.

130.000 Konnektoren x 3.120,00 €/Konnektor = 405.600.000 € + Servicekosten, herzlichen Glückwunsch an die Industrie...

Wie viele Ärzte/MFAs/Pflegekräfte man dafür ausbilden könnte....

Bleibt nur zu hoffen, dass Lieferschwierigkeiten dazu führen, dass der Austausch der Konnektoren in dieser Größenordnung nicht möglich ist.

LG